Die Professorin für Psychiatrie an der NYU School of Medicine, Irene Levine, ist der Meinung, dass das Beenden von virtuellen Freundschaften unter Umständen reale Emotionen verursachen kann. Eine Folge sei beispielsweise emotionaler Stress.
Vergleichen lässt sich dies in den Augen der Professorin mit dem Gefühl, verlassen zu werden. In erster Linie habe dies etwas mit der Einseitigkeit zu tun, sagte Levine. Während eine Seite schon länger darüber nachdenkt, den virtuellen Kontakt abbrechen zu wollen, so kommt es hingegen für die andere Seite völlig überraschend.
Durch die zunehmende Beliebtheit solcher Angebote im Internet wird das so genannte Entfreunden immer folgenschwerer, sagt Aram Sinnreich, Professor für Medien an der Rutgers University. Inzwischen gibt es sogar Studien, welche belegen, dass Menschen, die ihre virtuellen Freunde verlieren, mit psychologischen Konsequenzen konfrontiert werden.
Im englischen Sprachgebrauch wird der Vorgang des Entfreundens als "Defriending" bezeichnet. Im Sommer dieses Jahres wurde dieser Begriff auch in das New Oxford American Dictionary aufgenommen. Das Wort "unfriend" wurde im Sommer 2009 zum Wort des Jahres gewählt.